| |
14. Barockfest am 15. und 16. Mai 2010 auf Schloss Ludwigslust
„Will Er ein Mann von Welt sein, so gehe Er auf Reisen!“
Am 16. Mai entfaltet sich wieder die Pracht des höfischen Lebens in
Ludwigslust.
Mittlerweile zum 14. Mal laden das Schlossmuseum und der Förderverein
Schloss Ludwigslust e.V., unterstützt von der Stadt, dem Verein
BarockLust e.V. und vielen anderen Akteuren und Gästen zum barocken
Feste ein.
Die Stadt Ludwigslust stellt mit ihrem spätbarocken Schloss und dem
ausgedehnten Park ein einmaliges architektonisches Ensemble dar, das im
Wesentlichen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand.
Bis 1837 war Ludwigslust Hauptresidenz von Mecklenburg-Schwerin.
Bildungsreisen spielten seit der Renaissance eine große Rolle. Die so
genannte „Grand Tour“ stellte ursprünglich den Abschluss in der
höfischen Erziehung dar und gab der Bildung des Reisenden den letzten
Schliff.
Die jungen Adligen suchten insbesondere bedeutende europäische
Kunststädte auf und besichtigten dort Baudenkmäler aus der Antike, dem
Mittelalter und der Renaissance, reisten durch malerische Landschaften
und sprachen auch an Fürstenhöfen vor. Dabei sollten sie Kultur und
Sitten fremder Länder kennenlernen, neue Eindrücke sammeln und für das
weitere Leben nützliche Kontakte knüpfen. Auch diente die Tour zur
Vertiefung der Sprachkenntnisse, der Verfeinerung von Manieren sowie
allgemein dem Erwerb von Weltläufigkeit, Status und Prestige. Gerade für
die adligen Reisenden war es besonders reizvoll, Lektionen französischer
oder italienischer Fechtmeister in Anspruch zu nehmen und ihr
Waffenhandwerk zu vertiefen. Unausgesprochenes weiteres Ziel war häufig
die Erlangung einer gewissen Erfahrung in erotischen Dingen, manchmal
auch die Anbahnung von Heiratsmöglichkeiten.
Bereits das Rahmenprogramm mit einer Vielzahl von Veranstaltungen für
Jung und Alt schon am Vortag des eigentlichen Barockfestes wie ein
vergnügliches Kindertheater und das Eröffnungskonzert lassen
unterhaltsame Stunden erahnen.
Lassen Sie sich verzaubern von hitzigen Duellen, Schäferspielen und
amourösen Begegnungen im Schloss und im Park. Amüsante und nachdenkliche
Episoden aus dem Hofleben des 18.Jahrhunderts sowie Vorträge zu
Begebenheiten auf der Grand Tour versprechen dem Besucher einen
erlebnisreichen Tag. Mit etwas Glück kann man vertraulichen Gesprächen
Seiner Hochfürstlichen Durchlaucht lauschen oder die Sorgen einer
Mätresse zerstreuen. Ausführungen zur Fächersprache sowie zur Mode und
Etikette liefern den kulturgeschichtlichen Hintergrund zum Fest.
Auf unterhaltsam-spielerische und prächtig inszenierte Art und Weise
werden reale und mögliche Begebenheiten nachgestellt, wobei das Publikum
teilweise mit einbezogen wird.
|
|