SCHLOSS UND SCHLOSSPARK

 


Das Residenzschloss
Anfängliche Ideen zum Umbau des Jagdschlosses wurden bald zugunsten eines Neubaus aufgegeben. Von Buschs Entwürfen zum neuen Schloss ist nichts erhalten geblieben, doch müssen die Baupläne 1768 vorgelegen haben, da in diesem Jahr der erste Sandstein in Pirna bestellt wird. Unmittelbar hinter dem Jagdschloss entstand zwischen 1772 und 1776 das neue Residenzschloss. Der Bau ist im Kern aus Ziegeln errichtet und erhielt eine prächtige Sandsteinverkleidung.
Stilistisch steht der Bau an der Wende vom Barock zum Klassizismus, was sich vor allem am Äußeren zeigt. Die Quaderung des Mittelbaus, die Bossierung der Pilaster und der Wechsel von der korinthischen Ordnung hin zur ionischen an den Flügeln sind wesentliche Elemente, in denen der Spätbarock nachwirkt. Die gleichmäßige Verteilung der Pilaster, die Girlanden über den Fenstern und nicht zuletzt die flächenhafte Geschlossenheit der Hauptfassade geben dem Bau die klassizistische Strenge.
Die Festons und Kapitelle, Rosetten und Friese, die das Relief der Fassade beleben, entstanden unter der Leitung des Steinbildhauers Martin Satorius. Mit der Ausführung der Attikafiguren wurde Rudolf Kaplunger betraut. Im Vergleich zur strengen Klassizität des Baukörpers wirkt der bekrönende Schmuck überaus pittoresk und verrät die Herkunft des Meisters aus der Tradition des böhmischen Barocks. Jede Skulptur betont nicht nur die tektonische Gliederung des Baus, sondern trägt zudem noch einen tieferen ikonographischen Sinngehalt. Unter den insgesamt 40 Statuen sind keineswegs nur bekannte Allegorien der Tugenden, Künste und Wissenschaften vertreten, sondern auch die ganz speziellen Interessengebiete des Herzogs in Stein verewigt.

Die Innenräume des Schlosses
In das Schloss gelangt man durch den Haupteingang, der als Auffahrt mit einer Säulenvorhalle betont ist. An das breit gelagerte Foyer schließt sich geradezu der Gartensaal an, der 1878 zur Jagdhalle umgestaltet wurde und heute dem Schlosscafé mit historischen Jagdtrophäen und Gartenterrasse ein einmaliges Ambiente bietet. In den übrigen Räumen der unteren Etage befanden sich Wohnungen für Gäste und Mitglieder des Hofstaats.
Im ersten Obergeschoß, der Festetage, befinden sich die Courzimmer und herrschaftlichen Wohnräume sowie der Festsaal.
Vom östlichen Treppenhaus aus betritt man zunächst das Vorzimmer, auf welches die zur Gartenseite gelegene Audienz und ein Salon folgen. An den Salon schloss sich die Galerie an, die sich einstmals über den gesamten nordöstlichen Trakt erstreckte, im Verlauf des vorigen Jahrhunderts aber durch eine Vielzahl von Einbauten verändert wurde. Die privaten Gemächer des Herzogs befinden sich auf der Südseite: das Wohn- und das Schlafzimmer (jetzt Miniaturenkabinett) sowie ein Kabinett und der Galeriesalon mit Porzellankamin.
Im Mitteltrakt erstreckt sich der Goldene Saal über mehr als zwei Geschosse. Hier finden im Sommer Konzerte statt. An den Goldenen Saal schließen sich im Westflügel das Speisezimmer, die Courzimmer und die privaten Gemächer der Herzogin an.
Die Dekorationen und Ornamente an Wänden, Decken Türen und Fensterrahmen bestehen weitestgehend aus Papiermaché.

Überwiegend finden die strengen Formen des Louis-Seize in ihrer deutschen Umwandlung, dem Zopfstil, Verwendung. Nur vereinzelt treten Rokoko-Kartuschen und C-Schwünge auf. Durch den bevorzugten Einsatz von lichtem Grau und Gold strahlen die Räume eine dezente Noblesse aus.
Das erste Obergeschoß zeigt zum einen höfische Wohnkultur, zum anderen Sammlungen mit Gemälden und Kunsthandwerk des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Das zweite und dritte Obergeschoß sind noch nicht zugänglich.
 

Der Schlosspark
Mit dem Jagdschloss für Herzog Christian II. Ludwig waren Anfang des 18. Jahrhunderts erste gärtnerische Anlagen entstanden. Nach Plänen von Busch wurde der Garten im spätbarocken Stil erweitert. Gestalterische Akzente setzte er mit Alleen und Wasserspielen. Nach und nach wurde der Park erweitert und je nach Geschmack und Bedürfnissen des Hofes verändert. Mit der Grotte (1788), dem Schweizerhaus (1789/90) und der Umgestaltung im englischen Stil prägte der Geist des sentimentalen Zeitalters gegen Ende des 18. Jahrhunderts weite Teile des Schlossgartens. Der erste neugotische Bau Deutschlands entstand 1806-09 mit der Katholischen Kirche auf einer kleinen Insel im Park.
Nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné (1789-1866) erfuhr der Park ab Mitte des 19. Jahrhunderts seine Umgestaltung nach den Regeln der Landschaftsgartenkunst. Heimische Gewächse wurden durch dendrologische Besonderheiten ergänzt. Malerische Teiche und Gehölzgruppen, weite Sichtschneisen und ausgedehnte Rasenflächen entstanden. Dabei gelang es, markante Motive des Barockgarten in die großzügige Landschaftsgestaltung einzubinden, was auch heute noch den besonderen Reiz des Ludwigsluster Schlossparks ausmacht. Mit ca. 124 Hektar ist er der größte in Mecklenburg und zugleich einer der schönsten im Norden Deutschlands.

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   Schloss Ludwigslust



 


   Attikafiguren





 

Galeriesalon
   Porzellansaal

 

 

Goldener Saal
 
Goldener Saal

 

 

 

 

 


Schlosspark